LUPE - ein Projekt der psycho-onkologischen Versorgungsforschung

Längsschnittanalyse des psycho-onkologischen Unterstützungsbedarfs bei Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen stratifiziert nach biopsychosozialen Einflussfaktoren

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Das Projekt LUPE

Hintergrund

Psychosoziale Unterstützungs- und Versorgungsangebote für onkologische Patientinnen und Patienten und deren Angehörige gibt es im ambulanten sowie im stationären Setting.

Bislang sind jedoch die Zusammenhänge zwischen

  1. dem subjektiven Bedürfnis nach Unterstützung
  2. dem objektiv vorliegenden Bedarf sowie
  3. der Inanspruchnahme psychoonkologischer Versorgung nicht valide untersucht.

Forschungsbedarf gibt es hinsichtlich der betreffenden Gruppen (Patientinnen und Patienten sowie Angehörige) und der Abhängigkeit vom Versorgungssetting. Ungenügend erfasst wurde weiterhin der Bezug zu sozioökonomischen Aspekten, insbesondere zur sozialen Schichtzugehörigkeit. Vielfach sind in Studien Patientinnen und Patienten aus unteren Sozialschichten unterrepräsentiert und damit die Befunde nur eingeschränkt generalisierbar.  

Ziele und Methoden

Die vorliegend konzipierte longitudinale Multicenter-Studie (3 Zentren: Berlin, Leipzig, Hannover) sieht vor, onkologische Patientinnen und Patienten sowie jeweils eine Angehörige oder einen Angehörigen zu 4 Messzeitpunkten, beginnend von der Diagnosestellung bis zur Nachsorge (+18 Monate) zu untersuchen. Primärziele der Studie sind:

  • die Erfassung des objektiven Unterstützungsbedarfs (psychische Störung)
  • der subjektiven Unterstützungsbedürfnisse (Selbsteinschätzung, Patient Reported Outcomes) 
  • die Inanspruchnahme von Unterstützungsangeboten.

Ziel ist ferner die Identifikation moderierender Faktoren, v.a. in Bezug zur Schichtzugehörigkeit. Aus diesem Grund wird die Stichprobe der Studie nach Unter-, Mittel- und Oberschicht stratifiziert. Als sekundäre Zielgrößen werden v.a. die psychische Belastung von Angehörigen sowie Aspekte des Dyadischen Copings untersucht.

Die Patientinnen und Patienten werden zu jedem Messzeitpunkt mit einem Fragebogen sowie einem strukturierten diagnostischen Interview befragt. Angehörige erhalten ausschließlich einen Fragebogen.

Die Befunde sollen durch die differenzierte Erfassung moderierender Faktoren, wie z. B. der Schichtzugehörigkeit, zu einer insgesamt verbesserten psychoonkologischen Versorgung beitragen.

Projektleitung

  • Gesamtleitung: Prof. Dr.  Anja Mehnert-Theuerkauf
  • Berlin: Dr. Ute Goerling
  • Hannover: Prof. Dr. Tanja Zimmermann