Interdisziplinäre Tumorkonferenzen

Bei den Tumorkonferenzen treffen sich erfahrene Ärzte und Ärztinnen der onkologischen Fachdisziplinen, um gemeinsam — interdisziplinär — über die beste Therapie für Patienten und Patientinnen zu beraten.

Die Tumorkonferenzen sind der Ausgangspunkt einer interdisziplinären Behandlung und Schlüssel einer bestmöglich abgestimmten multiprofessionalen Diagnostik und Therapie von malignen Erkrankungen. 
 

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Tumorkonferenzen an der Charité

Das Charité Comprehensive Cancer Center (CCCC) unterstützt die Zusammenarbeit der verschiedenen Fachdisziplinen, die sich in der Charité — Universitätsmedizin Berlin mit Tumormedizin befassen, es koordiniert alle in der Charité stattfindenden Tumorkonferenzen und stellt den technischen Support für die Telekonferenzsysteme zur Verfügung.

Interdisziplinäre Tumorkonferenzen finden in einem regelmäßigen wöchentlichen Zyklus statt, siehe Wochenplan. Bei diesen Tumorboards sind die Vertreterinnen und Vertreter der erforderlichen Fachdisziplinen aller drei Charitéstandorte über Televideokonferenzschaltung verbunden. Die gemeinsam getroffenen Therapieempfehlungen werden in Tumorkonferenzprotokollen festgehalten und in der Folge mit den Patienten und Patientinnen besprochen. Die Einhaltung der Therapieempfehlungen kann durch die Dokumentation im Klinischen Krebsregister des CCCC verfolgt werden.

Für alle onkologisch tätigen Ärztinnen und Ärzte der Charité besteht die Möglichkeit, an den Konferenzen teilzunehmen, um Patientenfälle vorzustellen und zu beraten. Auch als behandelnder Arzt oder behandelnde Ärztin außerhalb der Charité können Sie Patientenfälle zur Vorstellung in der Tumorkonferenz anmelden. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Ansprechpartner oder an die Cancer-Hotline.

Angebote des CCCC:

Molekulare Tumorkonferenz

Was ist die Molekulare Tumorkonferenz?

In der  Molekularen Tumokonferenz werden gemeinsam mit Forschern Gensequenzierungen in die Therapieentscheidung mit einbezogen.

Hintergrund

Tumore sind Krankheiten des Genoms. Einige der Veränderungen lassen sich mittels gezielter Therapien behandeln. Manche dieser Therapien sind für einige Tumorarten als Standardbehandlung bereits zugelassen. Andere werden derzeit in klinischen Studien untersucht. Das Feststellen von genetischen Veränderungen erfordert einige Untersuchungen, die derzeit nicht zur diagnostischen Routine gehören, in Einzelfällen jedoch eine Option für eine personalisierte Therapie darstellen.

Was macht die molekulare Tumorkonferenz?

Bei Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen besteht ggf. die Möglichkeit eine erweiterte Diagnostik auf Genveränderungen durchzuführen. Die Ergebnisse werden dann in der molekularen Tumorkonferenz am CCCC interdisziplinär mit den Medizinerinnen und Medizinern der beteiligten Fachrichtungen sowie mit Molekularbiologen, Genetikern und Bioinformatikern, die schweigeverpflichtet sind, diskutiert. In der Folge wird, wenn möglich, eine Therapieempfehlung auf Grund der genetischen und epigenetischen Besonderheiten des Tumors ausgesprochen.

An welche Patienten richtet sich die molekulare Tumorkonferenz?

Die molekulare Tumorkonferenz richtet sich an Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen, die bereits die verfügbaren Standardtherapien erhalten haben. Auch muss der Tumor für eine Probengewinnung zugänglich sein und sich die Patientin oder der Patient in einem guten Allgemeinzustand befinden.
In Einzelfällen können auch Befunde diskutiert werden, die außerhalb der Charité erstellt wurden,  und auf dieser Basis Therapieempfehlungen ausgesprochen werden.

Welche Tests werden durchgeführt?

Grundlage der Therapieentscheidung ist aktuell eine sogenannte Genpanelsequenzierung. Hierbei werden ausgesuchte Gene, die nach ihrer möglichen Bedeutung für die Therapieentscheidung ausgewählt wurden, auf Mutationen untersucht. Zusätzlich können, je nach Fragestellung und zur Bestätigung der genetischen Befunde, zusätzliche Untersuchungen, zum Beispiel Proteinuntersuchungen, mittels Immunhistochemie angefordert werden.

Wer ist beteiligt?

Die molekulare Tumorkonferenz setzt sich aus Ärztinnen und Ärzten verschiedener Fachrichtungen, internistische Onkologie, Pathologie u.a., sowie Grundlagenforschern zusammen. Da zahlreiche Veränderungen und die daraus resultierenden Therapieempfehlungen derzeit noch nicht Bestandteil klinisch-diagnostischer Routine sind, ist der interdisziplinäre Austausch besonders wichtig.

Wie wird behandelt?

Da eine Auswahl an Genen untersucht wird und nur aus ein Teil der Veränderungen Therapiekonsequenzen hat, führt nicht jede Untersuchung zu einem klaren Ergebnis. Die Therapieempfehlungen richten sich nach den untersuchten Veränderungen und dem Stand der Forschung und müssen letztlich durch den Patienten und den behandelnden Arzt entschieden werden. Darüber hinaus hängt die Behandlung von der Verfügbarkeit von Medikamenten und Studien ab. Es ist zu beachten, dass sich zahlreiche experimentelle Therapien noch in einem nicht fest etablierten wissenschaftlichen Umfeld befinden. Es gilt daher, die Patientin oder den Patienten über diesen Sachverhalt aufzuklären.

Vorstellung einer Patientin oder eines Patienten bei der interdisziplinären Tumorkonferenz

Wünschen Sie als Ärztin oder Arzt die Vorstellung Ihrer Patientinnen oder Patienten, die bisher nicht an der Charité behandelt wurden, in einer Tumorkonferenz?

Reichen Sie in dem Fall bitte folgende Unterlagen im Charité Comprehensive Cancer Center ein:

  • Anmeldeformular (siehe unter Downloads)
  • Einverständniserklärung der Patientin oder des Patienten (siehe unter Downloads)
  • radiologische Bilder auf CD (CT, MRT u.a.)
  • die schriftlichen radiologischen Befunde
  • alle relevanten Arztberichte zu der Erkrankung
  • wichtig: pathologische / histologische Befunde

Teilnahme an interdisziplinärer Tumorkonferenz gilt als Fortbildung

Icon Wochenplan Tumorkonferenz mit Link zum Plan
Download Wochenplan

Die Tumor­kon­fe­ren­zen des Cha­rité Com­pre­hen­sive Can­cer Cen­ter sind Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen, die durch die Ärzte­kam­mer Ber­lin zer­ti­fi­ziert sind. Die regel­mä­ßi­gen Ter­mine kön­nen Sie dem Wo­chen­plan ent­neh­men, siehe unter Down­loads.

Bei Teil­nah­me­inter­esse wen­den Sie sich bit­te an un­sere An­sprech­part­ner.

Ansprechpartner

Dr. rer. nat. Stefan Rakowsky

Koordinator Tele-Video-Tumorkonferenzen / Beauftragter für Arbeitssicherheit