WPE_2194_460x337.jpg

Aktuelles aus den Centren

08.10.2010

Tumortherapie im Team

Zurück zur Übersicht

Sie befinden sich hier:

Am Charité Comprehensive Cancer Center arbeiten Ärzte verschiedener Disziplinen eng zusammen

Team Tumortherapie

In Berlin und Umgebung erkranken jedes Jahr mehr als 25 000 Menschen an Krebs. Fast jeden zweiten Patienten können die Ärzte heute heilen. Diesen Anteil weiter zu erhöhen, ist das Ziel des Charité Comprehensive Cancer Center (CCCC), das Patienten eine ganzheitliche, fachübergreifende Betreuung bieten möchte.

Kein Krebs gleicht dem anderen, denn Tumoren können in verschiedenen Organen entstehen und damit völlig verschiedene Krankheiten verursachen. Selbst Tumoren, die aus dem gleichen Organ stammen, unterscheiden sich voneinander, denn sie bestehen aus einer jeweils einzigartigen Mischung von mehr oder minder stark entarteten Zellen. Zudem entwickelt sich jede Krebsgeschwulst anders, wuchert stärker oder schwächer ins umgebende Gewebe ein, sondert in unterschiedlichem Maße Tochtergeschwülste (Metastasen) ab.

"Krebs ist eine vielschichtige Erkrankung", betont der Krebsmediziner Peter Michael Schlag. "Er betrifft den ganzen Körper und muss auf verschiedene Weise behandelt werden." Comprehensive Cancer Center , ein Zentrum der Krebsmedizin, das alle Fachbereiche der Charité vernetzt, die in die Tumortherapie eingebunden sind. "Comprehensive" bedeutet "umfassend" – und genau das möchten die Mediziner am CCCC sein. "Wir wollen für alle Tumorkranken da sein, und zwar auf gleich hohem Niveau", sagt Schlag, "wir wollen uns nicht auf eine bestimmte Krebsart beschränken."

Um das zu erreichen, behandeln die Mediziner am CCCC ihre Patienten fachübergreifend. Fachärzte verschiedener Disziplinen beraten gemeinsam über jeden einzelnen Patienten und empfehlen zusammen einen Behandlungsplan. In so einer Expertenrunde sitzen zum Beispiel Fachchirurgen, Medizinische Onkologen, Strahlentherapeuten und Diagnostiker zusammen. An allen Entscheidungen, die den Behandlungsplan betreffen, werden die Patienten beteiligt. Sämtliche Empfehlungen des Gremiums werden dokumentiert und die Fachärzte kommen regelmäßig zusammen, um zu überwachen, wie die Therapie anschlägt. Künftig sollen sich die Expertenrunden auch mit niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern abstimmen, um die Betreuung weiter zu verbessern.

"Für den Erfolg der Krebsbehandlung ist entscheidend, dass die Ärzte der verschiedenen Fachrichtungen von Anfang an zusammenarbeiten", betont Schlag. Ein solcher ganzheitlicher Ansatz mache die Behandlung effektiver und kostengünstiger. Zudem führen die Krebsmediziner am CCCC klinische Studien durch, um neue Behandlungsmethoden zu entwickeln oder die Nebenwirkungen bestehender Therapien zu verringern.

"Wir bieten den Patienten auch psychosoziale Unterstützung an", berichtet Schlag. "Unsere Psychoonkologen helfen zum Beispiel, wenn über die weitere Behandlung entschieden werden muss, sie beraten Patienten und Angehörige und vermitteln Methoden zur Stabilisierung und Entspannung." Außerdem arbeitet das Zentrum mit Selbsthilfegruppen und Sozialdiensten zusammen, unterstützt diese und vermittelt den Kontakt dorthin. Vor zwei Jahren hat die Deutsche Krebsgesellschaft das CCCC als erstes Onkologisches Zentrum in Deutschland zertifiziert, seit anderthalb Jahren fördert es die Deutsche Krebshilfe als Onkologisches Spitzenzentrum.

Patienten, die sich am CCCC behandeln lassen möchten, können sich an eine der drei Eingangs-Ambulanzen wenden: auf dem Campus Benjamin Franklin am Hindenburgdamm, auf dem Campus Charité Mitte in der Invalidenstraße oder auf dem Campus Virchow-Klinikum am Augustenburger Platz. Auch eine kostenlose Hotline gibt es, die allen Patienten offensteht (Tel. 030/450564222). "Anrufer erfahren dort, wo sie einen Spezialisten für ihre Krebserkrankung finden, sie können einen Termin am CCCC vereinbaren oder eine ärztliche Zweitmeinung einholen", erläutert Peter Michael Schlag.

Besonders das letzte Angebot würde stark genutzt: "Etwa vierzig Prozent der Anrufer klingeln durch, um eine zusätzliche ärztliche Meinung zu hören – die meisten aus Deutschland, aber auch einige aus dem Ausland." Die medizinischen Leistungen am Charité Comprehensive Cancer Center werden regulär über die Krankenkassen abgerechnet, ohne dass den Patienten besondere Kosten entstehen.

Quelle: Der Tagesspiegel Nr. 20 761 vom 8. Oktober 2010

Links

http://www.tagesspiegel.de/zeitung/tumortherapie-im-team/1950946.html



Zurück zur Übersicht